Vera Keßler

Qi Gong der Vier Jahreszeiten • Kräuterey Gänseblümchen

Mein Naturgarten

Mein Naturgarten



Mit dem Hauskauf wurden wir Eigentümer eines ca. 1800 qm großen Gartens. Wir fanden grüne Rasenarmut, alte Obstbäume, mit Brombeeren zugewucherte Gartenteile und mehrere große Bäume ( Schwarzpappeln, Birken, Trauerweiden und Lärchen ) vor. Na, daraus lässt sich doch etwas machen !

 

Alle Baumaßnahmen werden ausschließlich von meinem Mann und mir geplant und ausgeführt. Als Hilfe dienen uns lediglich Bilder, Ideen und Ratschläge diverser Fachliteratur. Ich glaube, wenn man tonnenweise Schotter, Steine und Holz in den Garten schleppt, oder im Garten Erdbewegungen mit der Schaufel macht, dann entwickelt man eine ganz besondere Beziehung zu seinem Garten.

 

k-2004 - Der Beginn    2004 - Der Anfang

 

Wir waren uns von Anfang sicher, daß hier ein Garten für Mensch und Tier entstehen soll. Überwiegend heimische Gehölze und Stauden. Am Anfang ist man immer voll Enthusiasmus und Arbeitseifer. Ideen und Visionen entstehen. Bücher werden gewälzt. Leider konnten wir die dort so schön präsentierten Magerstandorte und Trockenmauern nicht auf unserem Grund und Boden realisieren. Es besteht nämlich keine befahrbare Verbindung von der Straße zum Garten. Alles muss in mühevoller Schlepparbeit in Eimern eine ca. 60 cm schmale Stiege durchs Haus gebracht werden. Das war natürlich das Aus für ausgedehnte Kiesflächen. Außerdem liegt unser Garten nach Nordwesten geneigt und hat starke Hanglage. Im unteren Bereich des Gartens drückt sich auch schonmal Grundwasser durch. Der Boden ist ein schweres Lehm-Ton-Gemisch.

Aber auch in dieser Erde wachsen schöne Wildstauden.

 

 

 

Im unteren Teil des Gartens wachsen im natürlichen Feuchtbereich fünf alles überragende Schwarzpappeln. Zu ihren Füßen dominieren Mädesüß und Brombeerranken das Bild. Ab und zu schleicht sich noch Nelkenwurz ins Bild. Diesen Teil haben wir weitestgehend belassen. Es wurden - immer noch ständig wachsende - Benjeshecken und zwei Totholzhaufen in diesem Bereich integriert.

 

k-Im unteren Gartenteil I                                    k-Im unteren Gartenteil II

 

Weg durch den unteren Gartenteil                                  Unter den Schwarzpappeln

 

 

Im Laufe der Zeit sind die Obstbäume abgestorben oder einfach umgefallen. Von den ganz großen Bäumen mussten wir uns von zwei Trauerweiden ( Windbruch ), einer Birke ( ebenfalls Windbruch ) und zwei Lärchen ( abgestorben ) verabschieden. Das war zwar gartentechnisch betrachtet sehr traurig, aber wenigstens hatten wir Brennholz.

 

 

Was bisher realisiert wurde:

 

Ein Garten ist eigentlich nie fertig. Jedes Jahr haben wir eine Baustelle. Berufsbedingt geht dies alles sehr langsam voran. Und selbst wenn nicht gebaut wird, so wird doch ständig immer irgend etwas gepflanzt oder verändert. Der Gartenvirus hat uns im Griff !

Von 2002 bis 2004 geschah nicht wirklich viel im Garten. Hier ein kleines Beet mit Wildstauden, dort eine kleine Trockenmauer. Wir hatten bei der Hausrenovierung zwei Mauerdurchbrüche gemacht und nun jede Menge Sandstein zur Verfügung.

2005 entdeckte ich die Gärtnerei Strickler in Alzey für mich. Hier kam dann so richtig Schwung in die die Naturgarten-Sache. Erste Wildrosen und heimische Gehölze wurden geliefert. Nun konnten wir bei einem Spaziergang durch den Garten bereits feststellen, daß die Zahl der Insektenarten jedes Jahr stetig zunahm. Viele Arten von Schmetterlingen, Käfern und Wildbienen nehmen nun Quartier in unserem Garten.

 

 

Der Nutzgarten:

 

 

k-NutzgartenBauphase Frühjahr 2012

 

Einfassung der Beete mit Buchs. Neben vier Hochbeeten für Gemüse, findet sich ein kleineres Hochbeet mit Kräutern. In den Buchsbeeten wachsen diverse Beerenfrüchte, wie Felsenbirne, Johannis- und Jostabeeren. Dazwischen locken Wildstauden die Bienen an: Phlox, Fetthenne, Storchschnabel- und Ziestarten, Baldrian, Flockenblume, Glockenblumenarten, Telekie, Echte Goldrute, Roter Sonnenhut, usw.

 

 

 

  

 

 

 

 

 

Der Hummelgarten:

 

  

                                                                  k-Hummelbeet 03          Hummelgarten

 

 

Hier fühlen sich jedoch auch alle anderen Insekten von der kleinsten Wildbiene bis zum Schmetterling wohl. Die Saison im Hummelgarten eröffnen die Krokusse und Küchenschellen. Dann geht es Schlag auf Schlag vom späten Frühjahr bis in den Herbst hinein. Essig- und Kartoffelrosen, Faulbaum, Färberginster, Lavendel, Ysop, Fingerhüte, Storchschnabelarten, Ziest, Oregano, Wilde Karde, Wiesenwitwenblume, Wirbeldost, Moschusmalven und viele mehr bieten Hummeln einen gedeckten Tisch.

Für Insekten, denen es ganz besonders gut bei uns gefällt, bietet ein Insektenhotel Unterschlupflöcher diverser Kategorien an.

Bis Anfang 2012 war eine Seite des Hummelgartens mit Kirschlorbeer eingefasst. Dieser konnte nun durch eine grobe Benjes-Hecke ersetzt werden ( Benjes-Hecke = aufeinander geschichtetes Astmaterial ).

 

 

 

 

Der Rosensaum:

 

Der Rosensaum trennt die große Wiese in zwei Gartenzimmer. Neben einer Kleinblütigen Rose und einer Kartoffelrose finden sich noch eine Kletterrose und zwei mir unbekannte Wildrosen. Dazwischen tummeln sich diverse Stauden. Das Frühjahr lockt mit Akelei und Primeln. Der Sommer bietet Rotes Leimkraut, Wiesenstorchschnabel, Seifenkraut, Bunte Kronwicke und vieles mehr. Der Herbst rundet das Angbebot mit Wasserdost und Rainfarn ab.

Blühen die Rosen, so sollte man als Mensch nicht in der Einflugschneise zum begehrten Nektar stehen. Man stört ! Im schlimmsten Fall wird man von arbeitsamen Hummeln und Bienen angerempelt und böse angesummt !

 

k-Rosensaum I                           k-Rosensaum II    2x Rosensaum: rechtes Bild bietet noch einen Blick auf den

                                                                                                                              "Mondplatz"

 

 

Das Halbschattenbeet:

 

Der Halbschatten dieses Beetes wurde von uns künstlich erzeugt. Eine dichte Kirschlorbeerhecke an der Grundstücksgrenze gibt uns mehr Privatsphäre im Garten. Leider liegt das Beet auf der Nordseite der Kirschlorbeerhecke. Die darin befindlichen Pflanzen müssen nun entweder sehr groß wachsen ( der Echte Alant erreicht bei uns locker eine Höhe von 2 mtr. ) oder warten bis die Sonne allabendlich nach Westen wandert.

Dominiert wird das Beet von einem Holunder. Daneben wachsen im Frühling die Primeln und das Frühlingsfingerkraut, gefolgt von Waldstorchschnabel, Silberling, Orangerotes Habichtskraut. Im Sommer lösen Baldrian, Odermennig, Echter Alant, Waldgeißbart, diverse Storchschnabelarten, Nesselblättrige Glockenblume und einige andere den Frühlingsreigen ab.

Im Spätsommer gesellen sich noch Rainfarn und Klebriger Salbei dazu.

Bibernellrose, Zimtrose und eine mir unbekannte Rose runden das Blütenbild ab.

Dazwischen liegen immer mal wieder größere Äste mit oder ohne Rinde als Selbstbedienungsbar oder Wohnraum für allerlei nützliches Getier.

 

 k-Halbschattenbeet Ik-Farn - Erwachen III

 

 "Dekoration" im Halbschattenbeet. Es blühen im Vordergrund das Orangrote                                         Farn - Frühlingserwachen

Habichtskraut und Akelei. Dahinter hält sich der Goldfelberich in den Startlöchern.

 

 

Das Hexengärtchen:

 

Hier konnte ich nun endlich nochmal auf Schotter bauen, da die Fläche sehr klein ist. In dieses Beet, welches einem Gartenweg als 1-Meter breites Beet folgt, darf nur hinein, was als Küchenkraut, Teekraut oder Heilkraut verwendet wird. D.h. ich pflanze nur hinein, was als Nutzkraut gilt. Die Natur hat so ihre eigenen Vorstellungen und weht schonmal Samen anderer Pflanzen herbei. Ich lasse es ihr durchgehen. Außerdem wurden zwei gefüllte Tontöpfe mit Abdeckung eingebaut. Vielleicht möchte ja irgendwann einmal eine Hummel einziehen. Bis dato habe ich aber nur eine Maus herausschauen sehen.

Auch Kräuter blühen üppig und ziehen Insekten an: Johanniskraut, Wilde Karde, Echte Goldrute, Echter Steinklee, Königskerze, Eberraute, Griech.Bergtee, Thymian, Lavendel, Ysop, Eisenkraut, Herzgespann, Salbei, Schafgarbe, Roter Sonnenhut und eine Birke.

Alle diese Kräuter finden sich in meinen Tees wieder.

 

k-Hexengrtchen IIIk-Thymian I

 

Es ist Frühjahr. Der Holunder blüht üppig. Rechts des Weges, das noch       Quendel

fast leere Hexengärtchen. Später im Jahr tummeln sich hier Wundklee,

Steinklee und Lavendel.

 

 

 

Die Macchia:

 

Dieser Gartenteil entstand bereis 2006. Wir waren noch voller Visionen von Magerstandorten und uns unserer körperlichen Grenzen nicht bewusst. Tagelang wurden Steine einzeln durch die Garage und die Stiege hinunter in den Garten geschleppt. Tonnenweise Schotter gefahren. Danach waren wir zwar stolz auf uns und unser neues Beet, wussten aber, daß es bei einem großen Schotterbeet bleiben würde. Zumindest für die nächste Zeit.

Im Frühling genießen wir diesen Gartenteil am liebsten. Auf der Frühlingsbank lassen sich die ersten warmen Sonnenstrahlen am besten genießen.

Im Beet selbst warten mehrere Gehölze wie Färberginster, Roter und Schwarzer Geißklee, Liguster, Berberitze, Kornelkirsche und eine Kletterrose auf tierische Besucher. Dazwischen tummeln sich Echte Goldrute, Rauher und Schwertblättriger Alant, Lavendel, Moschusmalven, diverse Kleearten, Fetthennen, Mauerpfeffer, Storchschnabel-Arten, Akelei, Königskerzen, rote Spornblumen und vieles mehr.

Einige Steinhaufen und ein Fünf-Sterne-Deluxe Insektenhotel bieten Unterschlupf.

 

k-Macchia I  k-Macchia II

 

Der Weg durch die Macchia                                                                   Ruhepausen sind wichtig. Es blüht im Hintergrund der Schwarze Geißklee

 

 

                                              

Der untere Teil des Gartens:

 

Der untere Teil des Gartens ist meist sich selbst überlassen. Hier wurde lediglich ein Spazierweg mit Grasdecke angelegt und diverse Totholzhaufen. Für das ganze Astmaterial, welches in so einem großem Garten anfällt, wurde die mittlerweile ca. 20 Meter lange Benjeshecke aufgeschichtet. Dazwischen wächst die oben bereits erwähnte Mädesüß-Flur. Am Hang wächst eine Hochstaudenflur mit Wasserdost, Goldfelberich, Wiesenstorchschnabel und Bunter Kronwicke. Diese lockt viele Insekten an. Vor allem zur Blütezeit des Wasserdost kann man unzählige Wildbienen, Käferarten und Schmetterlinge beobachten.

 

                 k-Im unteren Gartenteil - Hochstaudenflur                        k-Totholzhaufen

                 Wege durch die Hochstaudenflur                          Totholzhaufen

 

 

Die Tiere in unserem Garten:

 

Insekten, v.a. Hummeln und Wildbienen gefällt unser Garten bereits so gut, daß sie trunken vor Nektar sogar zu Rowdies werden. Sollten wir einmal zwischen ihnen und einer Blüte ihrer Wahl stehen, so werden wir rücksichtslos angebrummt und angerempelt.

Käfer aller Art tummeln sich hier. Einige sind fotogen, andere scheuen das Rampenlicht. Ich bewundere außerdem jeden , der schöne Schmetterlingsfotos schiesst. Mir scheint, unsere Schmetterlinge haben in ihrem Gencode einen Befehl verankert, der besagt, sobald ich mit der Kamera im Garten erscheine, werden die Flügel angeklappt oder gleich ganz weggeflogen. Leider. Es gibt sie also schon in unserem Garten, nur Beweisfotos habe ich keine.

Auch die Vogelwelt ist stark vertreten. Ringeltaube, Grünspecht, Buntspecht, Zaunkönig, Amsel, Rotkehlchen, Gartenrotschwanz, Mönchsgrasmücke, Kohlmeise, Blaumeise, Kleiber, Dompfaff, Elster, Eichelhäher, Rabe und ein Mäusebussardpaar. Das waren jetzt nur die Vögel, die ich mit Namen benennen kann. Es gibt natürlich noch viel mehr Arten. Aber die sehen für mich irgendwie alle braun-gelb aus.

Maulwürfe fühlen sich Garten genauso wohl wie diverse Mausarten. Igel kommen immer mal wieder vorbei, und schnarcheln in den Abendstunden durchs Gebüsch. Blindschleichen sind hier zuhause, genauso wie orangebauchige kleine Molche. Auch Rehe schauen immer mal wieder vorbei, auf der Suche nach saftigen Rosentrieben. Marder, Fuchs und Feldhasen bewohnen die Umgebung.

 

k-Tiere im Garten I   k-Tiere im Garten II

 

Feuerwanze auf den Samenständen der Moschusmalve                                 Marienkäfer auf Färberginster 

                                                                                                           

                                                                                                          

 

 

Unser Garten ist nur ein kleines Beispiel für naturnahe Pflanzungen. Er bietet viel zu Staunen für den Menschen und Lebensraum für Tiere. Er ist für uns ein Lernprojekt über die Natur.

Kommen Sie doch einfach mal vorbei und schauen es sich selbst an.

Einmal im Jahr gibt es einen Tag der offenen Gartentür.

 

                                                        k-Abschluss